„Herr, wie sind deine Werke so groß und viel! Du hast sie alle weise geordnet, und die Erde ist voll deiner Güter.“ Psalm 104,24

Liebe Auerbacher und Eckersbacher Gemeindeglieder, die Sommerzeit liegt vor uns. Das ist die Zeit, da es uns in besonderer Wei- se ins Freie zieht. Wir arbeiten im Gar- ten, unternehmen Wanderungen, Rad- touren und fahren in den Urlaub. Die Schönheiten der Schöpfung erfreuen uns auf Schritt und Tritt. Es grünt und blüht so weit das Auge reicht. Die Viel- falt der Farben erfreut unser Herz. Auch ein Feld voller gelber Blumen (siehe Foto) steht einem bunten Wie- senrand nicht nach. Kräftige und zarte Farbtöne ergänzen sich, gehören zu- sammen und weisen auf den hin, der alles geschaffen hat. Hinzu kommt die Tierwelt, die sich in der Frühlings- und Sommerzeit neu regt. Sie ist vom Win- terschlaf erwacht und genießt die wärmenden Strahlen der Sonne. Die- se sorgt für Nachwuchs und kreuzt unseren Weg am Tag und bei Nacht. Der Gesang der Vögel, der Flug der Schmetterlinge und Nachtfalter, der Ruf der Eulen und das Vorbeihuschen der Marder sind nur einige Beispiele für Gottes Schöpfermacht. Flora und Fauna gehören zusammen. Und wer an das Meer fährt, der erkennt bei einem Tauchgang, dass das Leben unter Wasser genauso abwechslungs- reich ist. Aber auch im Hochgebirge wartet eine große Vielfalt von Leben auf uns. Herrlich sind die Bergwiesen anzusehen. Unübertroffen in ihrem flinken Verhalten sind die Gämsen. Gott, der Herr, hat das alles gemacht. Er hat es trotz vieler negativer Einflüs- se des Menschen auf die Natur bis heute erhalten. Haben wir noch Augen für die Wunder seiner Schöpfung? Es ist ermutigend, dass sich gerade in den letzten Jahren ein neues Umwelt- bewusstsein der Menschen entwickelt hat. Wir ahnen, wie wichtig es ist, die Schöpfung zu bewahren, die Gott uns in die Hand gegeben hat. Der Dichter des 104. Psalms erfreut sich an den Herrlichkeiten der Natur. Sein Hymnus gehört zu den prächtigs- ten Liedern des Alten Testaments. Er mag vor ca. 2500 Jahren gelebt ha- ben. Stets hat er neue Nachfolger gefunden. Der Theologe und Lieder- dichter Paul Gerhardt (1607-1676) gehört dazu. Sein Lied „Geh aus, mein Herz, und suche Freud in dieser lieben Sommerzeit“ ist eines der großartigs- ten Sommerlieder in unserem Ge- sangbuch. Es ist fünf Jahre nach dem 30-jährigen Krieg entstanden und be- singt in vielen Strophen Gottes wun- derbare Schöpfung. Vielleicht nehmen Sie sich die Zeit und schlagen dieses Lied einmal auf (EG 503) um neu über Gottes Gaben zu meditieren und ihn als den Schöpfer aller Dinge zu prei- sen. Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Sommerzeit Ihr Christoph Schuffenhauer, Pfarrer i. R.