Jahreslosung 2019

Liebe Geschwister in Auerbach, Eckersbach und in der Ferne!

 

Das Jahr ist noch neu und so grüße ich Euch alle mit dem Wort der Jahreslosung aus dem Psalmbuch: Suche Frieden und jage ihm nach! Es geht um’s Ganze! In vielen Bereichen unseres alltäglichen Lebens spielt Frieden eine wichtige Rolle. Die tragende Bedeutung von Frieden wird ganz offen deutlich, wenn wir ihn entbehren, verloren haben und ihn nirgends finden können. Wenn der Nachtschlaf sich einfach nicht einstellt und die erlittenen Verletzungen oder Verluste auch noch den oberflächlichsten Schlummer uns rauben, dann braucht es alle Energie und Kraft, den Frieden wiederzufinden, den inneren und den äußeren. Oft ist dieses Frieden- Finden ein steiniger, anstrengender und langer Weg. Da ist auf die Schnelle nichts billig zu gewinnen. Die Seele lässt sich auf Dauer nicht billig abspeisen. Sie nährt sich von dem, woran sie sich freut. Im Verarbeiten des Geschehenen kann dann Schritt für Schritt die zermürbende Freudlosigkeit verlassen werden. Das braucht Zeit und Kraft. Nichts wird von allein wieder gut und die Zeit heilt eben nicht alle Wunden. Einmal zugefügte Niederlagen haben eine lange Wirkungsgeschichte. Die Tagespolitik verdrängt das nur zu gern und macht sich so im Großen wie im Kleinen schuldig am einzelnen Menschen wie an einer ganzen Gesellschaft. Der Psalmbeter hingegen gibt Lebenserfahrung weiter, ähnlich einem Weisheitslehrer: „Wer möchte gern gut leben und schöne Tage sehen? Behüte deine Zunge vor Bösem und deine Lippen, dass sie nicht Trug reden. Lass ab vom Bösen und tu Gutes; suche Frieden und jage ihm nach!“ Solche belehrende Ermahnung wurde von den Alten als religiöse Pflicht emp- funden und es ist kein schlechter Rat, den er zur Erlangung des Lebensglückes gibt. Es fängt schon ganz klein an. Ein einziges Wort kann Unfrieden stiften. Wie schnell ist es gesprochen, wie leicht über die Lippen gekommen, wie unaufhaltsam im Zorn dem Gegenüber an den Kopf geworfen. Ein aufrichtiger Satz schon kann einen langen, aussichts- und siegerlosen Kampf befrieden. Doch wie viel Mühe will darauf verwandt werden, wie viele Anläufe braucht es und wie viel Überwindung kostet es, solche Sätze endlich laut zu sagen. Frieden ist ein hohes Gut. Er ist wohl des ganzen Einsatzes würdig, immer, von allen. Ohne Frieden kein Leben. Frieden als Ausdruck des neuen Lebens, dass Gottes Geschenk ist. So tritt Jesus am Ostermorgen unter seine Jünger: „Friede sei mit euch!“ So beginnt unsere Kirche die Feier des Heiligen Abendmahles.

 

Und so wünsche ich es Euch allen im Jahr 2019. Euer Pfarrer Reinhard Stiehler